(vom 11.08.2021)
Ausbildung: Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft
Im Gespräch: Diana Hofmann Vom Hausmüll bis zu Industrieabfällen – vieles kann recycelt, manches wiederverwertet und einiges muss entsorgt werden. Die Organisation der Müllabfuhr und Wertstoffhöfe oder die richtige Entsorgung von Gefahrstoffen – das und vieles mehr gehören zu den Aufgaben einer Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft. Wir haben bei Diana Hofmann, Auszubildende im 2. Lehrjahr bei den Entsorgungsbetrieben der Stadtwerke, nachgefragt, was sich hinter diesem Berufsbild verbirgt.
Wohin damit?
Hallo Diana, du machst eine Ausbildung zur Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft. Auf den ersten Blick kein typischer Ausbildungsberuf für eine Frau. Wie bist du dazu gekommen?
Für mich gab es noch nie typische Frauen- oder Männerberufe. Ich habe mich auch nicht davon abbringen lassen, dass immer noch viele Leute ein bestimmtes Bild davon haben, was ein typischer Frauen- oder Männerberuf ist.Ich wollte schon immer gerne etwas Handwerkliches machen, etwas, wo ich anpacken kann. Und da ich mich sehr für Umweltschutz interessiere – leider sehen das immer noch viele Menschen viel zu locker – sollte mein Beruf auch etwas damit zu tun haben. Ich habe mich dann für ein Praktikum bei den Stadtwerken beworben, das hat mir viel Spaß gemacht.
Wie kommst du mit deinen männlichen Kollegen klar?
Ich wurde super von den Kollegen aufgenommen. Manche unterschätzen mich vielleicht oder haben mich unterschätzt, was meine Kraft angeht … eben die Vorstellung, es wäre ein „Männerberuf“. Aber dann zeige ich halt, dass ich auch ordentlich anpacken kann.
Läufst du heute mit einem anderen Blick durch die Stadt? Ärgerst du dich über Müll auf der Straße oder achtlos weggeworfene Zigarettenkippen?
Ja, auf jeden Fall. Das ging mir schon früher so. Und seit meiner Ausbildung kenne ich auch diejenigen, die den Müll beseitigen. Das alles müsste nicht sein. Überall gibt es Mülleimer. Warum können die Leute nicht einfach die paar Schritte weitergehen und den Müll dort entsorgen, wo er hingehört.
Wie lange dauert deine Ausbildung und was sind die Voraussetzungen?
Normalerweise dauert die Ausbildung drei Jahre, sie kann aber auf zwei Jahre verkürzt werden. In diesem Fall überspringt man das 1. Ausbildungsjahr. So habe ich es gemacht und bin aktuell im 2. Lehrjahr. Mitbringen muss man mindestens einen qualifizierenden Hauptschulabschluss, kurz Quali. Dazu sollte man körperlich fit sein und bereit, jederzeit anzupacken.
Was sind die Ausbildungsinhalte?
Unsere Ausbildung ist sehr vielseitig. Das reicht von der Mülltrennung über verschiedene Analysen im Labor, z. B. von Gefahrstoffen, und dem richtigen Umgang mit Sondermüll bis hin zur Erstellung von Entsorgungsnachweisen und Begleitscheinen für den Abfalltransport. Wir lernen die technischen Anlagen und Maschinen für die Abfallverwertung, -behandlung sowie -beseitigung zu bedienen, zu überwachen, zu warten und zu reparieren … oder wie man die Müllwagen mit ihren Teams und die jeweiligen Touren am besten disponiert. Nicht zu vergessen Themen wie Recycling, Kompostierung, Verbrennung und Deponierung von Abfällen.
Wo hast du Berufsschule? Was habt ihr für Unterrichtsfächer?
Unsere Berufsschule ist in Lauingen an der Donau. Dort haben wir durchschnittlich ein- bis zweimal im Monat eine Woche Blockunterricht. Als auswärtige Schüler können wir in dieser Zeit in einem Schülerwohnheim wohnen. Unsere Unterrichtsfächer sind Biologie, Chemie, Maschinen- und Gerätetechnik, Entsorgungstechnik, Sozialkunde, Deutsch, Betriebstechnik, Umweltanalytik mit praktischem Arbeiten im Labor, kaufmännisches Handeln und Recht.
Und wie können wir uns deine Ausbildung bei den Stadtwerken vorstellen? Was sind deine Aufgaben?
Oh, das ist sehr abwechslungsreich. Dazu gehören z. B. die richtige Abfalltrennung, die Arbeit auf dem Recyclinghof, Schweres mit dem Radlader und Stapler transportieren, Mülltonnen waschen, die Sperrmüllsammlung bei Privathaushalten organisieren und durchführen, Schadstoffe richtig sortieren und nicht zuletzt auch die Büroarbeit.
Was macht dir besonders Spaß?
Sehr gerne arbeite ich auf dem Recyclinghof mit allem, was dazu gehört: schauen, dass alles problemlos läuft, der Kontakt mit den Kund*innen, sie bei Fragen beraten, ihnen helfen und erklären, wie der Müll getrennt wird und wo welcher Abfall hinkommt.
Was sind deine Pläne für die Zukunft?
Erst einmal würde ich gerne bei den Stadtwerken bleiben und auf dem Recyclinghof arbeiten. Später möchte ich dann eventuell den Meister machen und Ausbilder werden. Aber auch ein Studium im Bereich Umweltschutz kann ich mir gut vorstellen.
Was würdest du einem neuen Azubi mit auf den Weg geben, der Fachkraft für Abfall- und Kreislaufwirtschaft werden möchte?
Mach dein Ding und hab Spaß dabei, egal ob Mann oder Frau!
Diana, ein toller Schlusssatz! Vielen Dank und weiterhin viel Erfolg und Spaß bei deiner Ausbildung!
Mehr Infos unter:
www.stwab.de/ausbildung
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