„Das Wunder-Tier“ in Aschaffenburg
1. Dezember 2017
Die Schlaraffia Asciburgia e.V. übergibt den Museen der Stadt Aschaffenburg „Das Wunder-Tier“ von Christian Schad als Dauerleihgabe
Ein Insekten-ähnliches Wesen, „Das Wunder-Tier“, fliegt am Vollmond vorbei durch den Nachthimmel. Es wird von zwei Männern beobachtet. In diesem 1948 entstandenen Werk wird die Lebenssituation des Künstlers in der Nachkriegszeit deutlich. Mit teils satirischen, teils von esoterischen Phantasien durchdrungenen Aquarellen versuchte Schad auf intellektueller Ebene seiner von wirtschaftlichen Problemen und politischen Frustrationen geprägten Lage Herr zu werden.

Interessiert wird den Ausführungen von Dr. Thomas Richter zum „Wunder-Tier“ von Christian Schad gefolgt. Foto: Anne Kraft, Museen der Stadt Aschaffenburg
Sicherlich werden die Besucher des neuen Christian Schad Museums sich über das Aquarell wundern. Dessen ist sich Museumsdirektor Dr. Thomas Richter bewusst: „Es ist ‚ein Schad‘, wie man ihn nicht kennt.“ Das Werk ist Teil einer Reihe, für die er seinerzeit eine Publikation plante, wozu es jedoch niemals kam. Einerseits involviert, jedoch auch isoliert während der NS-Diktatur bietet die Serie heute vor allem Einblick in die psychischen Bewältigungsstrategien des Künstlers. Sie reflektiert zudem Schads literarische Interessen und seine Versuche, sich als Künstler in Text, Theorie und Bild in einer tiefgreifenden Umbruchszeit zu positionieren.
Ermöglicht wird die Präsentation durch die großzügige Dauerleihgabe der Schlaraffia Asciburgia e.V. Anlässlich der Übergabe des Werks durch den Verein an die Museen der Stadt Aschaffenburg, fand am 30. November 2017 die Präsentation sowie ein Pressegespräch statt. Armin Eisert, Vorsitzender der Schlaraffia Asciburgia e.V., zur Übergabe des Bildes: „Mit großer Freude hat die Schlaraffia Asciburgia dem Wunsch der Stadt entsprochen, dieses für einen wichtigen Lebens – und Schaffensabschnitt Christian Schads so markante Bild für das künftige Museum sichern zu können!“
Titelbild: Von links nach rechts: Dr. Thomas Richter (Direktor der Museen der Stadt Aschaffenburg), Armin Eisert (1. Vorsitzender Schlaraffia Asciburgia e.V.), Hilmar Engel und Thomas Zenglein (Schlaraffia Asciburgia e.V.)
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