{"id":1164,"date":"2017-03-23T15:13:43","date_gmt":"2017-03-23T14:13:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.christian-schad-museum.de\/?p=1164"},"modified":"2017-03-23T15:13:43","modified_gmt":"2017-03-23T14:13:43","slug":"weiche-schale-fester-kern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christian-schad-museum.de\/?p=1164","title":{"rendered":"Weiche Schale \u2013 fester Kern"},"content":{"rendered":"<p>Auf den ersten Blick wirkt das portr\u00e4tierte M\u00e4dchen brav und sanft: die rosafarbene Bluse mit ordentlichem Kragen und die weichen T\u00f6ne der Pastellkreide unterstreichen dies. Schauen wir aber genauer hin, fallen die wilden Locken und in ihren braunen Augen ein entschlossener, fast schon herausfordernder Blick auf. Es l\u00e4sst sich vielleicht erahnen, dass aus dem jungen M\u00e4dchen sp\u00e4ter eine weit gereiste und erfolgreiche Gesch\u00e4ftsfrau wurde.<\/p>\n<p>Rose-Erika Lenich (1923-2016), die von ihrer Familie liebevoll Rosika genannt wurde, arbeitete als junge Frau zun\u00e4chst im Familienbetrieb, der Samengro\u00dfhandlung Schott, als Sekret\u00e4rin, bevor sie als Stewardess Europa bereiste. Nach dem Tod ihrer Mutter f\u00fchrte sie das Unternehmen alleine weiter.<\/p>\n<div id=\"attachment_1168\" style=\"width: 346px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-1168\" data-attachment-id=\"1168\" data-permalink=\"https:\/\/www.christian-schad-museum.de\/?attachment_id=1168\" data-orig-file=\"https:\/\/i1.wp.com\/www.christian-schad-museum.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/csm_schad_rosika-lenich_msa-dep2-2016.jpg?fit=336%2C415&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"336,415\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;8&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;FinePix S5Pro&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1487606200&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;48&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;200&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.76923076923077&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}\" data-image-title=\"Christian Schad, Portrait Rosika Lenich, 1942, Privatbesitz\" data-image-description=\"&lt;p&gt;Christian Schad, Portrait Rosika Lenich, 1942, Privatbesitz (Foto: Sabine Denecke, Museen der Stadt Aschaffenburg)&lt;\/p&gt;\n\" data-image-caption=\"&lt;p&gt;Christian Schad, Portrait Rosika Lenich, 1942, Privatbesitz (Foto: Sabine Denecke, Museen der Stadt Aschaffenburg)&lt;\/p&gt;\n\" data-medium-file=\"https:\/\/i1.wp.com\/www.christian-schad-museum.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/csm_schad_rosika-lenich_msa-dep2-2016.jpg?fit=243%2C300&amp;ssl=1\" data-large-file=\"https:\/\/i1.wp.com\/www.christian-schad-museum.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/csm_schad_rosika-lenich_msa-dep2-2016.jpg?fit=336%2C415&amp;ssl=1\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-1168\" src=\"https:\/\/i1.wp.com\/www.christian-schad-museum.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/csm_schad_rosika-lenich_msa-dep2-2016.jpg?resize=336%2C415\" alt=\"Christian Schad, Portrait Rosika Lenich, 1942, Privatbesitz (Foto: Sabine Denecke, Museen der Stadt Aschaffenburg)\" width=\"336\" height=\"415\" srcset=\"https:\/\/i1.wp.com\/www.christian-schad-museum.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/csm_schad_rosika-lenich_msa-dep2-2016.jpg?w=336&amp;ssl=1 336w, https:\/\/i1.wp.com\/www.christian-schad-museum.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/csm_schad_rosika-lenich_msa-dep2-2016.jpg?resize=243%2C300&amp;ssl=1 243w\" sizes=\"(max-width: 336px) 100vw, 336px\" data-recalc-dims=\"1\" \/><p id=\"caption-attachment-1168\" class=\"wp-caption-text\">Christian Schad, Portrait Rosika Lenich, 1942, Privatbesitz (Foto: Sabine Denecke, Museen der Stadt Aschaffenburg)<\/p><\/div>\n<p>1942 bekam Christian Schad den Auftrag die damals 19j\u00e4hrige Rosika zu portr\u00e4tieren. Wie bei fast allen von Schads Bildern befindet sich seine Signatur \u201eSCHAD 42\u201c unten rechts. Vermutlich basiert das Gem\u00e4lde auf der Bleistiftzeichnung \u201eRosika\u201c \u2013 f\u00fcr Schad erst der dritte private Auftrag in Aschaffenburg.<\/p>\n<p>Rosikas Mutter Hertha Lenich war mit Ruth Freifrau Gorup von Besanez befreundet. Sie kannte also nicht nur das Portr\u00e4t ihrer Tochter, sondern auch <a href=\"http:\/\/www.christian-schad-museum.de\/?p=552\" target=\"_blank\">das Gem\u00e4lde ihrer Freundin<\/a> \u2013 Schads erstes Werk in Aschaffenburg. Hertha war so fasziniert von seinen Bildern, dass auch sie sich 1946 von Schad malen lie\u00df.<\/p>\n<h4>Die Samengro\u00dfhandlung der Familie Lenich<\/h4>\n<p>Die Samengro\u00dfhandlung von Rosikas Familie wurde bereits 1860 von Gustav Schott in Aschaffenburg-Damm gegr\u00fcndet und war auf die Gewinnung, Aufbereitung und den Vertrieb von Grassaaten und Waldholzsamen spezialisiert. Nach Gustavs Tod 1891 \u00fcbernahm sein Schwiegersohn Friedrich die \u201eSamenhandlung und Klenganstalt f\u00fcr Waldholzsamen\u201c. Unter seiner Leitung entwickelte sich diese zu einem weltweit bekannten Unternehmen. 1934 ging die Firma dann an seinen j\u00fcngsten Sohn Gustav Lenich \u00fcber, der mit Hertha Luise Nassauer zwei T\u00f6chter hatte, die \u00e4ltere war Rosika Lenich. Gustav starb \u00fcberraschend 1945, woraufhin zun\u00e4chst seine Frau Hertha die Gesch\u00e4fte \u00fcbernahm. Nach Herthas Tod 1976 \u00fcbernahm Rosika die Filiale in Aschaffenburg und f\u00fchrte die Gesch\u00e4fte weiter, bis der Betrieb 1985 schlie\u00dfen musste. <em>(Quelle: Geschichts- und Kunstverein Aschaffenburg e. V. (Hg.), Aschaffenburger Jahrbuch f\u00fcr Geschichte, Landeskunde und Kunst des Untermaingebietes, Bd. 20, 1999, S. 357-372.)<\/em><\/p>\n<h4>Leihgabe der Familie<\/h4>\n<p>Die Familie von Rosika Lenich \u00fcberlasst das Gem\u00e4lde den Museen der Stadt Aschaffenburg als Leihgabe f\u00fcr das Christian Schad Museum.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Autorin des Beitrags: Anna-Sophie Karl M.A.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf den ersten Blick wirkt das portr\u00e4tierte M\u00e4dchen brav und sanft: die rosafarbene Bluse mit ordentlichem Kragen und die weichen T\u00f6ne der Pastellkreide unterstreichen dies. Schauen wir aber genauer hin, fallen die wilden Locken und in ihren braunen Augen ein entschlossener, fast schon herausfordernder Blick auf. 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