{"id":453,"date":"2015-07-22T14:55:13","date_gmt":"2015-07-22T12:55:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.christian-schad-museum.de\/?p=453"},"modified":"2015-07-25T16:54:55","modified_gmt":"2015-07-25T14:54:55","slug":"ein-schokoladiges-zeugnis-aus-vergangenen-zeiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christian-schad-museum.de\/?p=453","title":{"rendered":"Ein schokoladiges Zeugnis aus vergangenen Zeiten"},"content":{"rendered":"<p>Dass Kakao schon zu fr\u00fcheren Zeiten beliebt war, beweisen arch\u00e4ologische Grabungen in Mexiko \u2026 und Aschaffenburg! So entdeckte ein Bonner Arch\u00e4ologenteam 2012 in der Mayaregion im Grab eines Prinzen einen verzierten Kakaobecher. \u00c4hnlich den Grabungen in Mexiko trat bei den arch\u00e4ologischen Bodenuntersuchungen zum Bau des Christian Schad Museums in Aschaffenburg ein \u00e4hnliches Fundst\u00fcck zu Tage, das jedoch in die j\u00fcngere Zeit verweist: ein Trinkp\u00e4ckchen mit \u201eAschaffenburger Kakaotrunk\u201c von der ehemaligen \u201eMolkereigesellschaft Aschaffenburg\u201c.<\/p>\n<p>Der Fund zeigt einmal mehr, wie der T\u00e4tigkeitsbereich der Arch\u00e4ologie nicht nur das Leben in grauen Vorzeiten, sondern auch unsere unmittelbare Vergangenheit ber\u00fchrt. Vielleicht handelt es sich beim \u201eAschaffenburger Kakaotrunk\u201c sogar um das Lieblingsgetr\u00e4nk von Eltern oder Gro\u00dfeltern?<\/p>\n<p>Im Trinkw\u00fcrfel, der einen viertel Liter des Kakaotrunks enthielt, steckt sogar noch der Strohhalm. Auf dem wei\u00dfen Karton sind braune Rauten aufgedruckt und insgesamt bewegt sich die farbliche Gestaltung im br\u00e4unlich-gelben Farbraum.<\/p>\n<p>Doch wie alt ist dieses Objekt? Vermutlich stammt es aus den 1980er Jahren. Unter anderem durch die Tatsache, dass beschichtete Getr\u00e4nkekartons dieser Art 1950 von einem schwedischen Hersteller erfunden wurden, l\u00e4sst darauf schlie\u00dfen, dass der Trinkw\u00fcrfel erst danach hergestellt werden konnte. Die Postleitzahl des Molkereibetriebs ist zudem vierstellig angegeben. Dieses System wurde von 1962 bis 1993 verwendet. Der Hersteller der Verpackung, PKL Verpackungssysteme, steht au\u00dferdem erst seit 1980 im Handelsregister.<\/p>\n<p>Aber wo konnte man den \u201eAschaffenburger Kakaotrunk\u201c kaufen? War er beliebt? Diese Fragen kann uns der Fund nicht beantworten. Aber er ist ein Zeugnis \u2013 \u00e4hnlich wie der Kakaobecher in Mexiko \u2013 aus vergangenen Zeiten: denn die Molkereigesellschaft Aschaffenburg existiert seit 2008 nicht mehr.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Zur Autorin<\/h4>\n<p>Alexandra Heimberger Ramirez, 18, absolviert zurzeit ein Praktikum bei den Museen der Stadt Aschaffenburg, bevor sie ab Oktober ein Studium beginnen wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Titelabbildungen:<\/h4>\n<p>Ein arch\u00e4ologischer Fund auf der Baustelle zum Christian Schad Museum: Aschaffenburger Kakaotrunk (Inventar-Nummer: MSA 1391\/2015). Fotos: Alexandra Heimberger Ramirez<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dass Kakao schon zu fr\u00fcheren Zeiten beliebt war, beweisen arch\u00e4ologische Grabungen in Mexiko \u2026 und Aschaffenburg! 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