Netzwerk-1-2021
MOBILITÄT Der erste Gang ist ein- gelegt. Jetzt heißt es Fahrt aufneh- men. Bisher steuerte die Verkehrsge- meinschaft am Bayerischen Unter- main (VAB), ein Verbund einzelner Unternehmen, den ÖPNV in der Regi- on. Zum 1. Januar 2021 übernahmen die Städte Aschaffenburg und Alzenau sowie die Landkreise Aschaffen- burg und Miltenberg gemeinschaft- lich das Steuer – in der Aschaffenburg Miltenberg Nahverkehrs-GmbH – kurz AMINA. Mit der Gründung von AMINA wollen die beiden Städte und beiden Landkreise künftig selbst bestimmen, wie es im Öffentlichen Nahverkehr weitergeht. Sie beteiligen sich zu gleichen Teilen mit jeweils 15.000 Euro an der GmbH. Ihr Ziel: Das ÖPNV-Angebot am Bayerischen Untermain soll weiter ausgebaut, at- traktiver und besser an die Verkehrs verbünde Rhein-Main und Mainfranken angebunden werden. Dafür braucht es einen eigenständigen, gemeinsamen Aufgabenträgerverbund, die AMINA. Bislang saß die VAB an den Schalt hebeln des Personen-Nahverkehrs von Bus und Bahn. Mit Ausnahme der städti- schen Verkehrsbetriebe unter der Ver- antwortung der Stadtwerke haben die beteiligten Unternehmen eigenwirt- schaftlich die Verkehre betrieben, also ohne Zuschüsse auf eigene Rechnung. Das war die letzten 20 Jahre eine gute Konstruktion. Doch die Anpassung von Linien und Tarifen erfolgte weitgehend nach betriebswirtschaftlichen Gesichts- punkten. „Heute kommt es vor allem auf attraktive Be- förderungsangebote an,“ bringt es Dieter Gerlach, Aschaffen burger Stadtwerkechef und temporärer Gründungsgeschäftsführer der AMINA, auf den Punkt. „Nicht zuletzt neue und zusätzliche Nutzer*innen für den ÖPNV zu gewinnen, sei eine ureigentliche Auf gabe der Kommunen.“ Deshalb nimmt AMINA jetzt das Steuer in die Hand. Ihre Aufgaben sind ins besondere eine gemeinsame, bessere Ab- stimmung der Nahverkehrsplanung, eine kundenorientierte Fahrplangestaltung mit optimierten Taktzeiten sowie die Weiterentwicklung des Liniennetzes und des Verbundes. Aber auch den wachsen- den Wünschen nach speziellen Tarifen, wie zum Beispiel das 1-Euro-Ticket oder Flat-Rate-Modelle (Auf-Achse-Ticket), soll AMINA gerecht werden und innovati- ve Angebote wie den On-demand-Verkehr auf den Weg bringen. Der Sitz der AMINA ist Aschaffenburg. Bis ein*e Geschäftsführer*in für AMINA gefunden ist, wird der Stadtwerkechef Dieter Gerlach als Gründungsgeschäfts- führer fungieren. Seine erste Aufgabe ist es, mit der VAB die entsprechenden Ko- operationsverträge auszuhandeln. Die Gesellschafterversammlung besteht aus den beiden Landräten Marco Scherf und Dr. Alexander Legler sowie Oberbürger- meister Jürgen Herzing (Aschaffenburg) und Bürgermeister Stephan Noll (Alze- nau). Unter ihrer Federführung werden mit Zustimmung von den Kreistagen bzw. Stadträten die Entscheidungen getrof- fen. Beraten wird die Gesellschaft von einem Beirat, der bisherigen ARGE ÖPNV. Zukunft des ÖPNV in der Region AMINA Folgende Projekte planen die Verantwortlichen der AMINA unter anderem für die nähere Zukunft: Neue digitale Angebote, wie die App Fairtiq Entwicklung und Realisierung innovativer Angebote wie zum Beispiel Rufbusse, On demand Services, Anruf Sammeltransporte (AST) digital und ein Angebot für Kurzstrecken Anbindung an die be nachbarten Verkehrsver bünde Rhein-Main und Mainfranken 6
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