Foto von Rohren mit Logos der AVG

(vom 13.10.2022)

Gelungene Auftaktveranstaltung zum Energiesparen!

Am vergangenen Donnerstagabend (06.10.) fand der erste Energiesparinformationsabend in der Kantine der Aschaffenburger Versorgungs-GmbH statt. Reiner Mächt von RMN Consulting war als Energie-Experte vor Ort und gab nützliche Tipps zum Energiesparen für Hausbesitzer weiter.

Die Auftaktveranstaltung wurde von den Aschaffenburger Bürgern sehr gut angenommen. Insgesamt nahmen 80 Personen vor Ort teil und in der Online-Übertragung waren es etwa 180 Zuschauer. Ein solch positiver Zuspruch für eine Veranstaltung dieser Art überraschte und erfreute zugleich den Energiesparexperten Mächt zu Beginn seines Vortrages.

Geballtes Expertenwissen

Dieter Gerlach, Werkleiter der Stadtwerke Aschaffenburg, begrüßte das versammelte Publikum und läutete den Abend ein, indem er darstellte, wie bereits kleine Veränderungen große Auswirkungen für den Stromverbrauch und letztendlich für den eigenen Geldbeutel haben können. Er betonte zudem, wie wichtig es ist, gerade als Hauseigentümer Energie zu sparen, denn als Eigentümer habe man die meisten Möglichkeiten der aktuellen Energie-Krise entgegenzuwirken im Gegensatz zu Mietern.

Zur aktuellen Energiepreisentwicklung erklärte Jürgen Schnack, Vertriebsleiter der AVG, die Einkaufsprozedur von Energiemengen an der Börse. Hier gibt es drei Märkte über die der Einkauf von Strom und Gas erfolgt: der Terminmarkt, der Spotmarkt und der Ausgleichsenergiemarkt. Er verdeutlichte daraufhin den Preisanstieg im Strom- sowie am Gasmarkt anhand der Preisentwicklung der letzten Jahre.

Als Energiesparexperten luden die Stadtwerke den Heizungs- und Lüftungsbaumeister Reiner Mächt von RMN Consulting ein. Er ist weiterhin geprüfter Energiemanager und Sachverständiger im Bereich Haustechnik.

 

Technische Änderungen und Nutzerverhalten

 

Mächt verdeutlichte anhand von Statistiken, dass 63 Prozent der Wohngebäude in Deutschland, vor dem Inkrafttreten der ersten Wärmeschutzverordnung im Jahr 1979, erbaut worden sind. Die Einsparpotenziale sind besonders bei älteren Häusern sehr hoch: Sie verbrauchen bis zu fünf Mal mehr Energie als ein nach 2001 errichteter Neubau, der einen Energieverbrauch von durchschnittlich ca. 85 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr aufweist.

Zum Thema Warmwasserbereitung gab Reiner Mächt die Hinweise, dass frei liegende Verteilungs- und Zirkulationsleitungen kinderleicht selbst isoliert werden können. Außerdem ist es hilfreich, wassersparende Armaturen oder Durchflussbegrenzer zu verwenden. Die Laufzeiten der Zirkulationspumpe soll idealerweise an die tatsächlichen Verbrauchsgewohnheiten angepasst werden. „Es muss nicht immer direkt eine große Sanierung oder Reparatur erfolgen, um Energie einzusparen“, so Mächt.

Besonders im bevorstehenden Winter ist dauerlüften keine gute Idee. Besser lüftet man für einige Minuten mehrmals am Tag. Will man außerdem die Temperatur im Haus nicht absinken lassen, sollte man zur Nacht hin Rollläden und Gardinen schließen. Diese fangen weitere Kälte ab und halten die Wärme im Haus. So ähnlich verhält es sich auch im Sommer. In der warmen Jahreszeit sollte man vermeiden, tagsüber zu lüften, sondern nur nachts. Außerdem sollte man auch im Sommer die Rollläden und Gardinen geschlossen halten um den umgekehrten Effekt zu erzielen. Das Haus bleibt länger kühl und die Hitze bleibt draußen.

Eine weitere Möglichkeit, die Temperatur im Haus konstant zu halten, ist die Anschaffung von Thermostatventilen. Die Temperaturregler an den Heizkörpern, steuern den Durchfluss abhängig von den dauerhaft gemessenen Temperaturen.

 

Rege Diskussionsrunde

 

Nach den Redebeiträgen von Dieter Gerlach, Jürgen Schnack und Rainer Mächt konnte das Publikum offengebliebene Fragen an die Experten richten. Deutlich wurde, dass die aktuell angespannte Situation die Besucher beschäftigt. Zu Beginn wurden in Hinblick auf die Energieeinsparung bei der Warmwasserbereitung Fragen zur Gefahr auf Legionellenbildung gestellt. Bei Temperaturen zwischen 25 und 45 °C können sich Legionellen besonders rapide vermehren. Dieses Problem tritt überwiegend bei stehendem Wasser auf. Wichtig sei hier, die Leitungen regelmäßig mit warmen Wasser zu spülen.

Weitere Fragen wurden zu den neuen Balkonkraftwerken gestellt. Da aktuell ein akuter Handwerker-Mangel vorherrscht und zudem viele Bauteile und Rohstoffe fehlen, gilt darauf zu achten, wie hoch der Preis für solche Anlagen ist und ob sich solche wirtschaftlich noch rechnen. Jedoch können sich Balkonkraftwerke besonders lohnen, wenn man Dauerverbraucher, wie Kühlschränke und Stand-By-Geräte wie Fernseher im Haus betreibt.

Nicht heizen um Energie einzusparen ist im Allgemeinen auch nicht zielführend. Bei niedrigen Temperaturen kann es im Haus zu Schimmelbildung kommen. Um der Schimmelbildung entgegen zu wirken, sollte jeden Tag mindestens einmal durchgelüftet werden und die Grundtemperatur in jedem Raum nicht unter 17 Grad sinken.

 

Weitere Hilfestellungen der AVG

Die AVG bietet darüber hinaus noch weitere Tipps und Tools an, mit denen man Energiesparen kann.

Um den Überblick über den Stromverbrauch und die Stromkosten nicht zu verlieren, bietet die App EnergyBuddy die Möglichkeit, diese immer im Blick zu behalten. Außerdem kann damit der CO2-Fußabdruck berechnet und ein persönlicher Klimaplan erstellt werden. Die App kann sowohl im App-Store als auch im Google Play-Store bezogen werden.

Die AVG bietet seit 19.09. einen Energiespar-Newsletter über WhatsApp alle zwei Tage an. Hierzu kann man sich bequem über die Homepage anmelden.

Nach der erfolgreichen Auftaktveranstaltung finden außerdem noch zwei weitere Info-Abende mit Energiesparexperten Mächt und Hans-Peter Schmitt, Energieberater für den VerbraucherService Bayern im KDFB e.V. sowohl in Präsenz als auch online statt. Am 13.10. werden auf die Möglichkeiten im Bereich des Kleingewerbes aufgezeigt und am 27.10. sind Mieter herzlich eingeladen sich Energiespar-Tipps vom Profi zu holen.

Die Veranstaltungen werden im Nachgang auf dem YouTube-Kanal der Stadtwerke hochgeladen sowie auf der Homepage der Stadtwerke.

Zudem bietet die AVG eine Förderauskunft auf der Homepage an. Bei bevorstehenden Sanierungen oder Neuanschaffungen lohnt es sich, über etwaige Fördermöglichkeiten sich zu informieren. In Verbindung dazu kann mithilfe des Energiesparrechners das Energiesparpotenzial zusätzlich errechnet werden.

 

Stadtwerke Aschaffenburg

gez. Dieter Gerlach                       
Werkleiter

Presse-Kontakt: Tel. (0 60 21) 3 91-3 91

Sekretariat der Geschäftsführung

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