(vom 04.05.2022)
Für unsere Natur und ein schönes Stadtbild
Aktuell stehen der Krieg in der Ukraine sowie unverändert die Corona Pandemie im Fokus und beeinflussen unser gesellschaftliches Leben. Doch auch das Thema Umweltschutz ist nach wie vor unerlässlich für unsere Lebensqualität und darf nicht vernachlässigt werden. Die Aktion Saubere Landschaft setzt hierfür alljährlich ein wichtiges Zeichen.
„Wilder Müll“ in der freien Landschaft, in Wäldern oder an Bachläufen, an öffentlichen Plätzen, am Straßenrand oder vor Häusern und Gärten ist ein gleichermaßen ärgerliches wie aktuelles Thema. Wir finden ihn nahezu überall und in allen „Ausprägungen". „Wilder Müll“ ist achtlos, oftmals auch vorsätzlich, in der freien Natur entsorgter Abfall. Im harmlosesten Fall handelt es sich um Pflanzenabfälle. Meist sind es aber alten Autoreifen, Altöl oder Batterien, Haushaltsgeräte, alte Möbel bis hin zu Chemikalien.
Durch seine Art und Zusammensetzung kann dieser illegal entsorgte Müll zu einer Gefahr für Umwelt und Natur, für Boden, Grundwasser, Gewässern oder sogar der Luft werden. Dazu verunstaltet er auch stark das Landschaftsbild. Durch wilden Müll entsteht letztlich ein ökologischer und ökonomischer Schaden, der am Ende von allen Bürgern über Steuern und Gebühren beglichen wird.
Die illegale Beseitigung bzw. Ablagern von Abfällen ist übrigens ein Verstoß gegen das Abfallrecht und kann, sofern der Verursacher bekannt ist, mit einem Bußgeld belegt werden.
Frühjahrsputz in Aschaffenburg
So unschön der achtlos entsorgte Müll ist, Umweltschutz lebt vom Mitmachen. Und dass das in Aschaffenburg viele ernstnehmen und funktioniert, zeigt die seit 50 Jahren stattfindende und heute von den Entsorgungsbetrieben der Stadtwerke initiierte Aktion Saubere Landschaft. Sie fand in diesem Jahr gemeinsam mit dem Netzwerk Main statt. Es hat das Jahr 2022 unter die Überschrift „Aktionsjahr Mein Main“ gestellt. Damit sollte ein Zeichen gesetzt werden, wie wichtig und wertvoll der Main für alle Regionen von den beiden Quellen bis zur Mündung ist.
Insgesamt haben in diesem Jahr rund 1.500 freiwillige Helfer*innen, insbesondere aus Schulen und Vereinen, und unterstützt durch Mitarbeiter*innen der Stadt und der Stadtwerke an der großen Landschaftsputzaktion teilgenommen. Gemeinsam wurden das Mainufer, Feld- und Waldwege sowie Straßenränder und Freiflächen in und um Aschaffenburg von achtlos oder absichtlich Weggeworfenem befreit.
Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Rund 7 Tonnen Restmüll, Sperrmüll, Glas, Schrott, Reifen und Elektrogeräte kamen zusammen. Vieles davon hätte kostenlos in den Recyclinghöfen abgegeben, in einen Papierkorb bzw. Wertstoffcontainer geworfen oder im Rahmen der Sperrmüllabfuhr abgeholt werden können.
Nicht zuletzt sensibilisiert die Aktion Kinder und Jugendliche für das Thema Müll und Abfallbeseitigung, aber auch für Naturschutz und wie viel Arbeit es macht, unsere Umgebung sauber und schön zu halten. Und es gilt: Wer unerlaubt Müll und Abfall entsorgt und dabei erwischt wird, der wird auch zur Rechenschaft gezogen.
Die Stadtwerke Aschaffenburg haben die Aktion, die vom 21. bis 26. März 2022 stattfand, mit 6 Mitarbeiter*innen und 3 Fahrzeugen unterstützt. Als Hilfsmittel wurden über 500 Müllsäcke, 80 Warnwesten und 80 Greifzangen zur Verfügung gestellt.
Übrigens: Für die ehrenamtlichen Helfer*innen gab es eine Aufwandsentschädigung für die Schul- bzw. Vereinskasse – Montag bis Freitag in Höhe von 2,60 Euro und am Samstag von 7,60 Euro.
Entwicklung der gesammelten Mengen
|
Jahr |
Anzahl Teilnehmer*innen |
Gesammelte Müllmenge |
|---|---|---|
|
2010 |
1.100 |
4 Tonnen |
|
2011 |
1.200 |
9 Tonnen |
|
2012 |
1.200 |
9 Tonnen |
|
2013 |
1.000 |
7 Tonnen |
|
2014 |
1.100 |
7 Tonnen |
|
2015 |
1.000 |
5 Tonnen |
|
2016 |
1.110 |
9 Tonnen |
|
2017 |
1.300 |
7 Tonnen |
|
2018 |
1.400 |
5 Tonnen |
|
2019 |
1.000 |
9 Tonnen |
|
2020 |
Aufgrund Corona ausgefallen |
|
|
2021 |
300 |
6 Tonnen* |
|
2022 |
1.500 |
7 Tonnen |
*Menge durch Unterstützung des Tiefbauamtes, das sich auch alljährlich an der Aktion Saubere Landschaft beteiligt.
Und noch etwas zur Historie
Die Aktion Saubere Landschaft fand zum ersten Mal im Jahr 1972 statt. Sie wurde in den ersten Jahren von den Vereinsringen der einzelnen Stadtteile initiiert. Später kümmerte sich dann das städtische Umweltamt um die Aktion, die mit der Gründung der zu den Stadtwerken gehörenden Aschaffenburger Entsorgungsbetrieben im Jahr 2002 auf diese überging.
Gesammelt wurde zunächst ausschließlich samstags. Als in den 1990ern Jahren die ersten Schulen dazukamen, erstreckte sich die Sammelaktion auch auf unter der Woche – von Montag bis Freitag.
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