Initiative Klimaschutz

(vom 17.02.2022)

Gemeinsam für den Klimaschutz - Verantwortung für die Region

TEAM oder Together Everyone Achieves More (= Zusammen erreicht jeder mehr) ist der Grundgedanke der bundesweiten „Stadtwerke-Initiative Klimaschutz“, zu der sich jetzt 44 kommunale Unternehmen aus der Energiewirtschaft zusammengeschlossen haben. Ziel ist es, im Austausch über die eigenen Maßnahmen vor Ort hinaus künftig gemeinsam die bestmöglichen Lösungen für Treibhausgas-Neutralität und nachhaltiges, klimagerechtes Wirtschaften zu entwickeln. Als Gründungsmitglied mit dabei sind auch die Stadtwerke Aschaffenburg.

Initiiert wurde die „Stadtwerke-Initiative Klimaschutz“ von der Arbeitsgemeinschaft für sparsame Energie- und Wasserverwendung (ASEW) des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU). Ziel ist es, gemeinsam mit anderen Energieversorgern den Treibhausgasausstoß bis hin zur Neutralität weiter zu reduzieren, die Dekarbonisierung voranzutreiben und für eine generationengerechte und lebenswerte Zukunft zu sorgen.

„Seit Jahren setzen wir uns als Stadtwerke für den Klimaschutz und nachhaltiges Wirtschaften ein, ob schon vor über zehn Jahren mit dem Biomasseheizkraftwerk im Leiderer Hafen oder ganz aktuell in Sachen Einsatz und Nutzung von Wasserstoff“, sagt Stadtwerke-Chef Dieter Gerlach. „Aber wir wollen in Aschaffenburg und am Bayerischen Untermain mehr erreichen, nicht zuletzt unser Ziel, bis zum Jahr 2030 einen erheblichen Teil des Stromverbrauchs in der Region Aschaffenburg aus regionalen, erneuerbaren Energiequellen zu erzeugen. Von der Stadtwerke-Initiative Klimaschutz versprechen wir uns noch mehr Transparenz über unsere Ziele und Maßnahmen sowie wichtige, neue Impulse, um künftig noch besser klimaschonend und -schützend zu agieren.“

Die Ziele sind klar gesteckt

Alle an der Initiative beteiligten Unternehmen haben sich zur Einhaltung und aktiven Umsetzung fest definierter Maßnahmen bekannt. Das sind zusammengefasst:

  • Treibhausgas-Bilanz: eigene Treibhausgase ermitteln und regelmäßig aktualisieren
  • Dekarbonisierungs-Strategie auf Basis der Treibhausgas-Bilanz erstellen und konkret aufzeigen, wo und wie Treibhausgase vermieden oder verringert werden
  • Jährliche Überprüfung: Ziele der Dekarbonisierungs-Strategie überprüfen, konkrete Maßnahmen formulieren und umsetzen
  • Transparenz: Maßnahmen und Ziele der Dekarbonisierungs-Strategie jährlich veröffentlichen und diesbezüglich mit den anderen Stadtwerken austauschen
  • Erfahrungen teilen: um gemeinsame Stärken im Netzwerk zu nutzen und im eigenen Unternehmen voranzutreiben

Zu allen dieser fünf Bereiche gibt es einen öffentlichen Kriterienkatalog, der den teilnehmenden Unternehmen als Leitfaden dient und die einzelnen Bereiche näher definiert.

Zum Zeitplan: Bereits im Frühjahr soll die erste Treibhausgas-Bilanz erstellt sein.

Was heißt Treibhausgas-Neutralität?

Unter Treibhausgas-Neutralität versteht man alle Maßnahmen, die keine Treibhausgase verursachen und in die Atmosphäre abgeben oder deren Emissionen vollständig kompensiert werden, wie beispielsweise durch den Abbau von Kohlenwasserstoff etwa in Wäldern. Bei CO2-Neutralität werden dagegen nur die CO2-Emissionen berücksichtigt, die sich durch Senken oder Vermeidung neutralisieren lassen. Andere Treibhausgase, wie zum Beispiel Methan, bleiben dabei außer Betracht.

Haben die Kommunen und deren Versorgungsunternehmen seit 1990 im Bundesdurchschnitt den Treibhausgas-Ausstoß bereits halbiert, wollen sie ihn bis 2030 um weitere 60 Prozent reduzieren. Bis 2045 soll es dann Treibhausgas-Neutralität in Deutschland geben.

Das ist eine gewaltige Aufgabe, die jeder kommunale Versorger entsprechend seiner regionalen, oft unterschiedlichen Voraussetzungen lösen muss. Doch gerade hierbei ist es ein großer Vorteil, wenn die Stadtwerke ihre Erkenntnisse und Erfahrungen austauschen und wechselseitig von Lösungen profitieren können.

Auch Aschaffenburg steht vor einer Mammutaufgabe. 90 Prozent der Grundstücke in Aschaffenburg sind an das Erdgasnetz angeschlossen. Das galt einst als wesentlicher Beitrag zur Luftreinhaltung in der Stadt. Hier die Versorgungsstruktur innerhalb weniger Jahre treibhausgasneutral umzubauen, bedarf einer umfassenden, gut durchdachten Strategie.

Auf gutem Weg

Vieles haben wir in Aschaffenburg schon umgesetzt. Unverändert unser Aushängeschild in Sachen Klimaschutz ist das Biomasseheizkraftwerk im Leiderer Hafen. Untrennbar hierzu stehen die Fernwärmeversorgung von Leider und in der Aschaffenburger Oberstadt sowie die Klärschlammtrocknung, die die Abwärme des Heizkraftwerkes nutzt.

Doch wir tun schon weit mehr: Ob Biogas und Ökostrom aus Grün- und Bioabfällen, die Errichtung von Solaranlagen oder Beteiligung an Windparks oder erst kürzlich die Umstellung des Heizwerks in der Weichertstraße auf Biomasse. Und als Gestalter gehen wir kontinuierlich mit neuen Projekten weiter voran. Ein wichtiges Beispiel ist das Thema Wasserstoff, zu dem die Aschaffenburger Stadtwerke bereits ein umfassendes Wasserstoffkonzept für den Bayerischen Untermain vorgelegt haben. Mit der ersten Wasserstofftankstelle der Regionen gehen die Stadtwerke Aschaffenburg für den Bereich der schweren Nutzfahrzeuge neue Wege. Hier wurde ein Workshop organisiert, welcher die lokalen Unternehmen über das Thema Wasserstoff in Nutzfahrzeugen (LKW, Busse, Transporter, Autos & Stapler) informiert hat.

Übrigens: Nicht erst seit der „Stadtwerke-Initiative Klimaschutz“ gibt es einen Austausch. Schon in der Vergangenheit haben sich die Stadtwerke Aschaffenburg mit den kommunalen Versorgern aus Augsburg, Konstanz, Tübingen und Ulm immer wieder informell abgestimmt. Alle fünf Unternehmen sind Gründungsmitglieder der Initiative. Und natürlich besteht der Wunsch und die Hoffnung, dass sich weitere Unternehmen der über 300 Stadtwerke des VKU der Initiative anschließen.

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