Netzwerk-1-2022

Wasserstoff-Tankstelle bei den städtischen Verkehrsbetrieben H 2 -Strategie wird konkret GRÜNE ENERGIE Aschaffenburg gilt innerhalb Bayerns bereits als Wasser- stoff-Modellregion und das insbe­ sondere für die Wasserstoff-Logis- tik. Beim Ausbau der Infrastruktur für Wasserstoff-Tankstellen nimmt sie zusammen mit den Stadtwerken laut Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) sogar eine Vorreiterrolle ein. Die Stadtwerke Aschaffenburg arbeiten konsequent und mit Hochdruck an ihrer Wasserstoff-Strategie. Erste Projekte sind in der Umsetzung. Dazu gehört die Errichtung einer Wasserstoff-Tankstelle auf dem Gelände der städtischen Ver­ kehrsbetriebe. Die Kosten hierfür liegen bei rund 2 Millionen Euro. 1,6 Millionen Euro steuert der Freistaat Bayern an Fördergeldern dazu. Die Tankstelle soll Anfang 2023 in Betrieb gehen. »Wir wollen als Stadt un- sere kommunale Mobili- tät, sei es im ÖPNV oder bei Müllfahrzeugen, so weit wie möglich auf Wasserstoff umstellen«, erklärt Stadtwerke-Chef Dieter Gerlach und erhofft sich von der Wasserstoff- Tankstelle auch eine Signalwirkung für die Region. Denn Wunsch und Ziel ist es, auch Unternehmen in und um Aschaf­ fenburg zu motivieren, sich ihrerseits für Wasserstoff betriebene Fahrzeuge zu entscheiden. In Zukunft: Wasserstoff-Antrieb Und das Interesse der Wirtschaft ist groß. Die H 2 -Technologie ist nicht nur für Spedition und Logistik eine Alter­ native zum reinen Batteriebetrieb, son­ dern auch für Flurförderfahrzeuge und Baumaschinen. Daher fand im Februar ein Workshop statt, bei dem Unterneh­ men aus der Region sich ausgetauscht haben über die Wasserstofftechnologie und Brennstoffzellen in schweren Nutz­ fahrzeugen, Autos und Gabelstaplern, über die Umrüstung von Fahrzeugen auf Wasserstoffantrieb sowie über mögliche Förderungen für schwere Wasserstoff- Nutzfahrzeuge. In Sachen Fahrzeuge sind die Stadt­ werke ganz vorne mit dabei. Die Ent­ sorgungsbetriebe haben bereits im November 2021 einen Förderbescheid des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur über 670.000 Euro erhalten und ein wasserstoffbetriebe­ nes Abfallsammelfahrzeug bestellt, das Ende 2022 geliefert werden soll. Jedes Jahr soll mindestens ein weiteres Brennstoffzellen-Fahrzeug für die Ent­ sorgung folgen. So könnte die geplante Wasser- stoff-Tankstelle auf dem Gelände der städtischen Verkehrsbetriebe einmal aussehen. Bild: FAUN Umwelttechnik GmbH & Co. KG, Fotomontage STA Außerdem planen die Stadtwerke zwölf Brennstoffzellen-Busse bis 2025 anzu­ schaffen, um die Dieselbusse sukzessive auszumustern. Entsprechende Förder­ anträge wurden hierfür gestellt. Eigene Wasserstoff-Produktion Doch die Strategie der Stadtwerke geht noch weiter. Sie wollen nach Möglich­ keit den benötigten Wasserstoff selbst produzieren – für klimapolitische Kor­ rektheit natürlich mit Ökostrom. Zwei Projekte zeichnen sich hier als realis­ tisch ab. So könnte die ehemals städtische Müll­ deponie bei Karlstein-Dettingen mit ei­ ner Photovoltaik-Anlage versehen wer­ den. Rund sechs Hektar beträgt die Fläche. Dieser Standort in Autobahn- Nähe würde sich darüber hinaus auch für eine weitere Wasserstoff-Tankstelle eignen. Zum anderen könnte im Kom­ postwerk auch Wasserstoff aus Biome­ thangas gewonnen werden – durch die sogenannte Plasmalyse. Der bayerische Wirt- schaftsminister und stellvertretende bayeri- sche Ministerpräsident Hubert Aiwanger bei der Übergabe des Förderbscheids an den Aschaffenburger Oberbürgermeister Jürgen Herzing und an Dieter Gerlach, Werkleiter der Stadt- werke Aschaffenburg 8

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