Viele Menschen reagieren spontan mit Ablehnung auf Umbenennungsprozesse, wenn sie sich „direkt“ betroffen fühlen. Die Art der Betroffenheit variiert und ist auch davon abhängig, welche persönlichen Bezüge zur Straße und / oder zum Namensgeber oder der Namensgeberin bestehen: Lebe ich in der betroffenen Straße oder nicht? Ist der Straßenname ein Synonym für einen Ort, mit dem ich positive Gefühle verbinde, weil dort beispielsweise meine Oma gelebt hat?
Zugleich werden Veränderungen in einer zunehmend globalisierten Welt als Bedrohung wahrgenommen: „Und jetzt wird auch noch meine Straße umbenannt!“ Auch wenn Argumente für eine Umbenennung anerkannt werden, ist der Wunsch danach, die angestammte Adresse zu behalten häufig größer. Gewohnheiten spielen dabei eine große Rolle.