Netzwerk-01-2024

Von Netzentgelten zu Strompreisen ENERGIE Mit dem Haushaltskompromiss der Bundesregierung und der unerwarteten Streichung des zugesagten Bundeszuschusses von 5,5 Mrd. Euro für die Stromnetze haben die Übertragungsnetzbetreiber zum Jahreswechsel die Netzentgelte mehr als verdoppelt. Die Folge: Die AVG erhöhte die Strompreise zum 1. März. Doch was hat der Strompreis mit den Netzentgelten zu tun? In Deutschland errechnet sich der Strompreis insbesondere aus den Kosten für die Energiebeschaffung und die Netzentgelte. Das sind Gebühren für die Nutzung der Stromnetze, ob für den Betrieb, die Instandhaltung oder den Ausbau. Sie werden von den Netzbetreibern festgelegt. Neben Kosten für Serviceleistungen enthalten die Strompreise noch Steuern, Abgaben und Umlagen, die einen signifikanten Anteil des Strompreises ausmachen. Aufgaben der Netzbetreiber In Deutschland gibt es vier große Übertragungsnetzbetreiber: TenneT, 50Hertz, Amprion und TransnetBW. Sie sorgen für den Transport des Stroms über weite Strecken und die Koordination des Stromflusses im gesamten Netz. Und nicht nur das: Sie spielen eine entscheidende Rolle bei der Gewährleistung der Stabilität und Zuverlässigkeit des Stromnetzes. Die Übertragungsnetzbetreiber sind dafür verantwortlich, das Gleichgewicht zwischen Stromerzeugung und -verbrauch aufrechtzuerhalten und Netzengpässe zu verhindern. Sie überwachen das Netz, prognostizieren den Stromfluss und führen bei Bedarf sogenannte RedispatchMaßnahmen durch. Dazu gehören das Hoch- oder Herunterfahren von Kraftwerken, um Überlastungen oder Unterauslastungen im Netz auszugleichen. Das gesamte System wird durch die Bundesnetzagentur (BNetzA) reguliert und überwacht. Sie legt auch die Rahmenbedingungen für das Redispatch fest und achtet darauf, dass die Netzbetreiber ihre Aufgaben im Sinne der Netzstabilität und Wirtschaftlichkeit erfüllen. Die Netzentgelte der Übertragungsnetzbetreiber werden an die nachgelagerten Netzbetreiber weitergegeben und kommen so auch in den Netzentgelten der AVG an. Durch den Wegfall des Bundeszuschusses kam es zu ungeplanten Mehrkosten bei AVG von rd. 4 Mio. Euro in 2024. Die dadurch ausgelöste Preiserhöhung führt bei einem Durchschnittshaushalt mit 3500 kWh zu Mehrkosten von rund 100 Euro pro Jahr. Netzausbau für die Energiewende Um die Redispatch-Kosten zu reduzieren, die Effizienz des Stromnetzes zu erhöhen und vor allem die Energiewende voranzutreiben, investieren die Übertragungsnetzbetreiber massiv in Ausbau und Modernisierung. Dazu gehören: „ Bau neuer Höchstspannungsleitungen, die größere Mengen Strom über längere Distanzen transportieren können und so Engpässe vermeiden. „ Netzverstärkung und -modernisierung bestehender Leitungen und die Implementierung moderner Technologien zur besseren Steuerung des Stromflusses. „ Durch Einsatz von Smart Grid Technologien (intelligente Netztechnologien) eine bessere Steuerung der Stromflüsse und frühzeitiges Erkennen von Netzengpässen. Diese Maßnahmen sind auch entscheidend für die Integration erneuerbarer Energien, die oft dezentral und wetterabhängig in anderen Regionen erzeugt werden als verbraucht, und somit eine neue Herausforderungen an die Netzstabilität stellen. Die Investitionen in die Netze sind daher zentrale Bestandteile der Energiewende in Deutschland. Das alles kostet sehr viel Geld. Haben die Übertragungsnetzbetreiber 2023 noch einen Bundeszuschuss von fast 13 Mrd. Euro erhalten, entfällt dieser Zuschuss in 2024 komplett. Die Folge: Gestiegene Übertragungsentgelte, die aufgrund der staatlich vorgegebenen Berechnungslogik in Form von höheren Netzentgelten von allen Verbrauchern zu tragen sind. Sauberer ÖPNV Bereits 2023 haben die Stadtwerke-Verkehrsbetrieb zwölf Wasserstoffbusse bestellt, darunter zwei 18 Meter lange Gelenkbusse. Die ersten H2-Busse wurden im April ausgeliefert und gehen dann sukzessive im weiteren Jahresverlauf 2024 auf Strecke, sodass weitere Dieselbusse ausgemustert werden können. Mit den neuen Wasserstoffbussen und drei batterieelektrischen Bussen, die seit Mai 2023 im Einsatz sind, fährt dann bereits ein Viertel der gesamten Stadtbusflotte emissionsfrei durch Aschaffenburg. € Ab Mai können auf dem Gelände der Verkehrsbetriebe der Stadtwerke Aschaffenburg H2-Fahrzeuge betankt werden 5

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