Foto von Rohren mit Logos der AVG

(vom 29.07.2024)

Stadtwerke Aschaffenburg legen Bilanz vor

Trotz schwierigem Umfeld weiter an Zukunftsaufgaben gearbeitet 

Inflationsdruck, hohe Energiepreise mit komplexen Energiepreisbremsen oder die Diskussionen um das Heizungsgesetz, das Jahr 2023 verlangten dem Unternehmensverbund Stadtwerke Aschaffenburg und der Energiewirtschaft ein hohes Maß an Flexibilität und schnellem Reaktionsvermögen ab. Trotz aller Herausforderungen konnten die Stadtwerke überplanmäßig einen Überschuss von 2,4 Millionen Euro erwirtschaften. Davon erhält die Stadt Aschaffenburg 0,6 Millionen Euro. 1,8 Millionen Euro verbleiben als Rücklage bei den Stadtwerken. Das Investitionsvolumen lag mit insgesamt 24 Millionen Euro auf einem neuen Höchstwert.

 „Das Energiejahr 2023 war unverändert geprägt von großen Unsicherheiten. Einerseits gab es weiter große Schwankungen bei den Energiepreisen auf einem insgesamt noch hohen Niveau, andererseits stellten sich weiter Fragen zur dauerhaften Sicherung einer zuverlässigen Versorgung. Die Energiekrise wie auch die Aufgabe, wirksam dem Klimawandel zu begegnen, führten zu wesentlichen Gesetzesänderungen“, erklärt der Werkleiter der Stadtwerke Stefan Maunz. 

Ob der temporär geänderte Mehrwertsteuersatz sowie die öffentlichen Kontroversen rund um das Gebäudeenergiegesetz (Heizungsgesetz) und den Klimatransformationsfonds führten bei vielen Kunden zu Verunsicherung. „Die Kostensteigerungen an den Energiemärkten und die aus der Beschaffung resultierenden hohen Preise konnten die Stadtwerke zwar dank Absicherungs- und gestaffelter Einkaufsstrategien für die Kunden abmildern. „Doch werden die zwischenzeitlich hohen Einkaufspreise für Energie teilweise in den Folgejahren bei den Kosten für Strom und Gas noch zu Buche schlagen“, so Maunz weiter. 

 Die Ergebnisse in den einzelnen Unternehmenssegmenten

Als größtes Unternehmen des kommunalen Unternehmensverbundes hat erneut die Aschaffenburger Versorgungsgesellschaft (AVG) wieder maßgeblich zum Geschäftsergebnis beigetragen. Trotz Preissenkungen, rückläufiger Absatzmengen durch das Einsparverhalten der Kunden sowie das milde Wetter im 4. Quartal 2023 erwirtschaftete die AVG einen Überschuss von 10,7 Millionen Euro. 

Allein in den Ausbau, die Sanierung und die Ertüchtigung der Strom-, Erdgas- und Wasserleitungsnetze wurden 11,3 Millionen Euro investiert. Zusätzliche Investitionen galten vor allem der Digitalisierung, erneuerbarer Energien und beispielsweise der Integration von Trafostationen für den Ausbau der E-Mobilität. Für eine grundwasserschonende Landbewirtschaftung in den Aschaffenburger und anliegenden Wasserschutzgebieten konnten die Kooperationsverträge mit den örtlichen Landwirten auf eine neue Basis gestellt und verlängert werden.

Die Aschaffenburger Bäder- und Eissporthallen GmbH (ABE) schloss 2023 mit einem Verlust von 2,1 Millionen Euro ab. Das Defizit fiel um 300.000 Euro niedriger aus als angenommen, da die Besucherzahlen über alle Einrichtungen hinweg wieder deutlich zugenommen haben. Für eine nachhaltige Energieversorgung wurde für die Aschaffenburger FreizeitWelt das bestehende Blockheizkraftwerk erneuert. 

Im Verkehrsbetrieb stehen geringeren Erlösen gestiegene Kosten, insbesondere für Fahrdienstleistungen und Treibstoffe, gegenüber. Durch erhaltene Ausgleichszahlungen fiel das Ergebnis mit einem Verlust von 5,9 Millionen Euro um 1 Million Euro besser aus als erwartet. Im April nahmen 12 Brennstoffzellen-Busse ihren Betrieb auf, die an der ebenfalls im April 2024 eröffneten Wasserstofftankstelle auf dem Gelände der Verkehrsbetriebe betankt werden können. 

Die Parkhäuser und Tiefgaragen konnten in 2023 durch die steigende Auslastung und erhöhte Preise mit 1,1 Millionen Euro erneut ein positives Ergebnis erzielen. Im Mai 2024 wurde am Südbahnhof das erste Solarparkhaus der Region eröffnet, dass mit seinen 80 Ladepunkten ein Quantensprung für die Ladeinfrastruktur der Stadt darstellt. Auf dem Dach und an der Fassade des Parkhauses ging je eine Anlage mit 200 kW und 100 kW in Betrieb.

Die Abfallentsorgung erzielte ebenso wie im Vorjahr ein Plus von 300.000 Euro. Als besonderes Highlight ging in 2023 das erste Wasserstoff-Müllsammelfahrzeug an den Start.

Große Herausforderungen für 2024

„Allen Turbulenzen zum Trotz ist es uns als Stadtwerke unverändert wichtig, kontinuierlich die Projekte umzusetzen, die unsere Stadt und Region attraktiv, umweltfreundlich und zukunftssicher machen. Dabei kommt nicht zuletzt auch dem Ausbau erneuerbarer Energien eine Schlüsselrolle zu“, erklärt Stefan Maunz. 

„Neben ausreichendem Kapital braucht es für die Umsetzung der Energiewende eine Politik, die verlässliche Rahmenbedingungen für die notwendigen Investitionen in Technologien, Netze und Erzeugungsanlagen schafft sowie ein übergreifendes Denken von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft“, ergänzt Maunz.

Ein Beispiel ist hierfür das Regionale Energiewerk Untermain (REW GmbH), das gemeinsam mit der Stadt Aschaffenburg, den Gemeinden des Landkreises Miltenberg, der AVG sowie weiteren regionalen Energieversorgern gegründet wurde und im Januar 2024 seine Arbeit aufgenommen hat. Es wird zunächst regionale Windkraftprojekte anstoßen.

Die Stadtwerke bauen darüber hinaus aktuell eine Photovoltaik-Freiflächen-Anlage an der Obernburger Straße mit rund 1,8 MWpeak. Weitere Freiflächenanlagen sind in Planung. 

Auch die Kommunale Wärmeplanung haben die Stadtwerke bereits im Blick, auch wenn sie für Städte mit unter 100.000 Einwohnern erst 2028 abgeschlossen sein muss. Um Hausbesitzern und Bauherren schnellstmöglich Sicherheit zu geben, ist es das Ziel, die Wärmeplanung für die Stadt bis Ende 2025 fertigzustellen. Die Vorarbeiten laufen.

Weitere Projekte u. a. sind die Digitalisierung von Prozessen in allen Unternehmensbereichen, die Sanierung der Eissporthalle, die Ausstattung der Parkhäuser und Tiefgaragen mit Kennzeichenerkennung und Ausbau der Ladeinfrastruktur, die Sanierung des Regionalen Omnibusbahnhofes und viele mehr. 

„Doch bei allen innovativen Neuerungen, modernen Leistungen und nachhaltig sinnvollen Projekten werden wir auch in Zukunft als Gestalter in allen Bereichen des Unternehmensverbundes Stadtwerke unverändert Zeichen setzen, aber immer auch mit dem Blick auf das Machbare und die personellen wie finanziellen Ressourcen“, sagt Stefan Maunz.

Im jetzt erschienenen Fortschrittsbericht auf https://www.stwab.de/Unternehmen/ stellen wir reich bebildert und illustriert das Leistungsspektrum der Stadtwerke und ihrer Tochtergesellschaften dar.

 

Stadtwerke Aschaffenburg

gez. Stefan Maunz       
Werkleiter                          

Presse-Kontakt: Tel. (0 60 21) 3 91-3 91 Sekretariat der Geschäftsführung

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