H2-Tankstelle mit Zapfsäule und Fahrzeugen

H2-Tankstelle

Hefner-Alteneck-Straße 28, 63743 Aschaffenburg

Öffnungszeiten

Mo – Sa:  07:00 – 19:00 Uhr
So: 12:00 – 19:00 Uhr

Den H2-Preis pro kg finden Sie immer aktuell unter https://h2.live/

H2-Tankstelle Aschaffenburg

Am 13. Mai 2024 eröffneten die Stadtwerke Aschaffenburg in ihrem Verkehrsbetrieb die erste Wasserstofftankstelle (H2-Tankstelle) am Bayerischen Untermain. Sie feierten damit einen weiteren bedeutenden Meilenstein zur Umsetzung der Wasserstoffmobilität (H2-Mobilität) in der Region. Die H2-Tankstelle ist eine von erst rund 110 Tankstellen in Deutschland.

Die H2-Tankstelle im Überblick

1.     Trailerstellplatz

Der eigens eingerichtete Trailerstellplatz erleichtert die Anlieferung des Wasserstoffs in Druckbehältern. Der Trailer parkt auf dem Trailerstellplatz und schließt den Trailer über einen Schlauch an das Supply Panel an, um die Tankstelle bzw. die Speicher mit dem Wasserstoff zu befüllen.

2.     Anlagenfläche

3.     Dispenser (Zapfsäule) 

Betankt werden können die Fahrzeuge mit 350 oder 700 bar. In fünf Speichern werden rund 1,3 Tonnen Wasserstoff vorgehalten. Das entspricht einem Energieinhalt von rund 4.000 Litern Diesel. Herzstück der Anlage ist ein Kompressor, der den gelagerten Wasserstoff auf bis zu 910 bar verdichten kann. 

H2-Tankstelle Aschaffenburg von oben

Warum Wasserstoff

Für die Stadtwerke Aschaffenburg ist neben drei rein elektrisch betriebenen Bussen seit letztem Jahr ein H2-Entsorgungsfahrzeug im Einsatz. Pünktlich zur Eröffnung der H2-Tankstelle wurden auch die 12 neuen Wasserstoffbusse, davon zehn Solobusse und zwei Gelenkbusse, geliefert. „Damit fährt bereits jetzt ein Viertel der Stadtwerke-Busflotte emissionsfrei durch Aschaffenburg. Das sind eine beeindruckende Entwicklung und große Investitionen für den Unternehmensverbund Stadtwerke, die ohne Fördermittel nicht finanzierbar gewesen wären“, sagt Werkleiter Stefan Maunz bei der feierlichen Eröffnung der Wasserstofftankstelle.

Die Stadtwerke sehen sich als Vorreiter und innovativer Anwender der Wasserstofftechnologie, sowohl beim Betrieb einer H2 Tankstelle als auch beim Einsatz von Brennstoffzellenfahrzeugen. Sie setzen damit zum einen Vorgaben der Clean Vehicle Directive um, die die EU-Richtlinie mit verbindlichen Zielen für emissionsarme und -freie Straßenfahrzeuge definiert. Das betrifft alle Fahrzeuge, auch schwere Nutzfahrzeuge und Busse im ÖPNV. 

Hierfür stehen im Wesentlichen batterieelektrisch betriebene Fahrzeuge oder Fahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb mittels H2 zur Verfügung. „Der Einsatz beider Antriebe in unserer Stadtbusflotte ermöglicht es uns jetzt zu testen, welcher Antrieb für uns die bessere Lösung ist“, erklärt Stefan Maunz. Klar ist jedoch schon, dass schwere Arbeitsmaschinen wie Müllfahrzeuge sich aufgrund der notwendigen Leistung, zumindest heute noch nicht rein elektrisch betreiben lassen. Das gilt auch für Busse mit längeren Umläufen.

Die Finanzierung

Die Kosten für die H2-Tankstelle beliefen sich auf rund 4 Millionen Euro. Rund 1,9 Millionen Euro Fördergelder erhielten die Stadtwerke hierzu vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie. Darüber hinaus steuerte das Bundesministerium für Digitales und Verkehr 3,8 Millionen Euro Fördergelder im Rahmen der „Richtlinie zur Förderung alternativer Antriebe von Bussen im Personenverkehr“ für die Anschaffung der H2-Busse bei. Fördermittel dieser Maßnahme werden auch im Rahmen des Deutschen Aufbau- und Resilienzplans (DARP) über die europäischen Aufbau- und Resilienzfazilitäten (ARF) im Programm NextGenerationEU bereitgestellt. Auch das H2-Entsorgungsfahrzeug konnte zudem dank einer Förderung von rund 670.000 Euro des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP II) angeschafft werden. Die Förderrichtlinien werden von der NOW GmbH koordiniert und durch den Projektträger Jülich (PtJ) umgesetzt. 

Insgesamt konnten die Stadtwerke 13,5 Millionen Euro in die zukunftsorientierte Mobilitätstechnologie Wasserstoff investieren. Dafür zollten Jürgen Herzing und Stefan Maunz den Fördergebern einen besonderen Dank.

Geplant: Anschluss an Wasserstoff-Pipeline

Zunächst wird der Wasserstoff für die H2-Tankstelle per Lkw geliefert. Doch die Pläne gehen schon weiter. Ziel ist es, bis 2030 den Bayerischen Untermain bei Alzenau an die im Bau befindliche überregionale Wasserstoffleitung Midal Süd anzudocken. Vom möglichen Ausspeisepunkt und die noch zu bauende „Wasserstoffleitung Bayerischer Untermain“ könnte dann der Wasserstoff direkt nach Aschaffenburg und zu der Wasserstofftankstelle geliefert werden. Ziel es ist, bis 2032 die Pipeline zu legen, damit dann perspektivisch der H2-Transport per Lkw entfällt.

Förderlogo BMDV und EU
Förderlogo Bayerisches Staatsministerium für Energie