ENERGIE Die Aschaffenburger Versorgungs-GmbH (AVG) hat im August ihre größte Photovoltaik-Freiflächenanlage auf dem ehemaligen Gelände des Gartenbaubetriebs „Raudsepp“ in Betrieb genommen. Die Anlage umfasst 3.166 Module mit einer Gesamtleistung von rund 1.800 kWp und kann rechnerisch den Bedarf von etwa 600 Haushalten decken. Die Entscheidung für die Anlage fiel bereits 2019. Nach einer umfangreichen Genehmigungsphase, die Gutachten zu Themen wie Artenschutz umfasste, durfte nur 35 Prozent des Geländes bebaut werden. Intensive Abstimmungen mit Naturschutz- und Wasserbehörden führten 2023 zum finalen Bebauungsplan. Die Solai GmbH erhielt nach einem Ausschreibungsverfahren den Auftrag. Die Anlage wurde innerhalb von nur vier Monaten gebaut. Das Grundstück, das stark vermüllt und verwildert war, wurde im Zuge des Projekts umfassend saniert. Insgesamt mussten mehrere Gebäude abgerissen werden und 30 Tonnen Abfall sowie 200 Tonnen belastete Erde entsorgt werden. Besondere Herausforderung stellten frühere Kampfmittel dar. Grund hierfür ist, dass das Grundstück in einer ehemaligen Einflugschneise der US- Armee liegt. Eine spezielle Aufständerung der Module reduzierte zudem die Anzahl der im Boden verankerten Aufständerungspfosten. Die Anlage hat eine Modulleistung von 1.836,28 kWp, die 13 Wechselrichter bringen es auf eine Leistung von 1.625 kW. Für die bifazialen Module, auch bekannt als doppelseitige oder zwei- seitige Module, besteht eine Produktgarantie von 15 Jahren und eine Leistungsgarantie von 80 Prozent nach 25 Jahren. Die PV-Anlage wurde so konzipiert und installiert, dass sie mit geringem Aufwand um einen Batteriespeicher PV-Freiflächenanlage Raudsepp am Netz Grüner Strom Offizielle Inbetriebnahme durch Patrick Sauer (Technischer Bereichsleiter AVG), Jürgen Herzing (Oberbürgermeister), Stefan Maunz (Werkleiter), Alexander Maier (Geschäftsführer Solai GmbH) und Nils Haack (Projektleiter der AVG), v. l. n. r. erweitert werden kann. Dadurch wird es möglich, die erzeugte Energie zu einem späteren Zeitpunkt ins Netz einzuspeisen. Neben der Stromerzeugung galt es zahlreiche Naturschutzmaßnahmen umzusetzen. Ein artenreicher Magerrasen, heimische Bäume und Büsche sowie Zauneidechsenhabitate fördern die Biodiversität. Kleintiere können den Zaun passieren, zudem wurden Nistkästen für Vögel und Fledermäuse installiert. „ Mit dieser Anlage setzen wir ein starkes Zeichen für eine klimaneutrale, regionale Energieerzeugung und eine nachhaltige Stadtentwicklung“, betonte Stadtwerke-Chef Stefan Maunz bei der Eröffnung. Der erzeugte Strom wird vollständig ins Aschaffenburger Stromnetz eingespeist. 5
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