Foto von Rohren mit Logos der AVG

(vom 04.08.2023)

Stadtwerke Aschaffenburg sind 2022 gut durch die Energiekrise gekommen

Geschäftsergebnis besser als erwartet

Bestimmend für die Stadtwerke Aschaffenburg waren im Jahr 2022 die Auswirkungen des Ukrainekriegs und die Energiekrise. Glücklicherweise war der Winter mild, die Kunden und die Industrie haben viel Energie eingespart. Die Stadtwerke konnten daher mit einem Überschuß von 6,6 Millionen Euro ein Ergebnis auf dem Niveau von vor der Pandemie erwirtschaften. Davon fließen 2,3 Millionen Euro in die Kasse der Stadt Aschaffenburg. 4,3 Millionen Euro verbleiben als Rücklage bei den Stadtwerken. Vor dem Hintergrund der wesentlichen zukünftigen Investitionen in die Erneuerung der Netze und dem Ausbau der erneuerbaren Energieerzeugung ist die Stärkung der Eigenkapitalbasis notwendig.

„Zu Beginn des letzten Winters schossen die Strom- und Gasbeschaffungspreise in ungeahnte Höhen. Es wurde bundesweit befürchtet, dass das Gas nicht ausreichen würde. Da war die Versorgungssicherheit der Bevölkerung unsere vordringlichste Aufgabe“, sagt der Werkleiter der Stadtwerke, Stefan Maunz, „das ging bis zur Einlagerung von Holz und Pellets für das Biomasseheizkraftwerk um auf jeden Fall genug Brennstoff zur Energieerzeugung zu haben.“

Strom- und Gaspreisentwicklung schwer absehbar

Wesentlich zum Gesamtergebnis des kommunalen Unternehmensverbundes hat erneut die Aschaffenburger Versorgungsgesellschaft (AVG) beigetragen. Die risikoarme Beschaffungsstrategie, die den Energieeinkauf über mehrere Jahre verteilt, zahlte sich 2022 aus. Die AVG brauchte trotz der außergewöhnlichen Entwicklung nur wenig Energie zu überhöhten Preisen nachkaufen und erwirtschaftete so einen Überschuss von 13,1 Millionen Euro. Die Entwicklung im nächsten Herbst und Winter 2023 stecke allerdings voller Unwägbarkeiten, so die Geschäftsführung.

Allein in die Strom-, Erdgas- und Wassernetze wurden 12,1 Millionen Euro investiert, zum Beispiel für die Erdverkabelung von Freileitungen.

Die Aschaffenburger Bäder- und Eissporthallen GmbH (ABE) schloss 2022 mit einem Verlust von 1,8 Millionen Euro ab. Das Defizit fiel um 600.000 Euro niedriger aus als angenommen, die pandemiebedingten Einschränkungen waren nicht so groß, wie erwartet.

Im Verkehrsbetrieb stehen geringeren Erlösen gestiegene Kosten, insbesondere für Fahrdienstleistungen und Treibstoffe, gegenüber. Durch erhaltene Ausgleichszahlungen fiel das Ergebnis mit einem Verlust von 3,8 Millionen Euro um 1 Million Euro besser aus als erwartet.

Die Parkhäuser und Tiefgaragen konnten in 2022 durch die steigende Auslastung mit 600.000 Euro wieder ein positives Ergebnis auf dem Niveau von vor der Pandemie erzielen.

Die Abfallentsorgung erzielte ebenso wie im Vorjahr ein Plus von 300.000 Euro. Grund dafür sind Einnahmen aus dem gewerblichen Bereich, z.B. für Leistungen, die für das Duale System erbracht wurden.

Schwieriges Jahr 2023 erwartet

„Angesichts der Unsicherheiten auf den Energiemärkten wollen die Stadtwerke Aschaffenburg weiterhin verlässlich und vorausschauend agieren“, sagt Stadtwerke-Chef Stefan Maunz, und spielt damit auf die Energie-Discounter an, die mit kurzfristigen Tiefpreisangeboten bereits wieder Kunden anlocken. Im Falle eines kalten Winters und neuer Turbulenzen an den Energiebörsen folgten dann massive Preiserhöhungen, oder sogar die Insolvenz dieser Billiganbieter.

Zu den wichtigen Aufgaben des Unternehmensverbundes in den nächsten Jahren gehören die strategische Ausrichtung für erweiterte Angebote an Endkunden zu E-Mobilität und PV-Anlagen, sowie die Angebotsausweitung auf zeitvariable Tarife.

Weitere Investitionen in die Netze stehen durch den Zuwachs an Stromtankstellen und Wärmepumpen an. Allein für den Ausbau der Elektromobilität sind am Klinikum über 300 Ladepunkte und im Parkhaus Südbahnhof über 100 Ladepunkte geplant.

In Planung sind fünf neue PV-Freiflächenanlagen: an der Obernburger Straße (2,5 MW), auf der ehemaligen Deponie Karlstein-Dettingen (5 MW), in Niedernberg (7 MW), in Obernau (0,4 MW) und in Schimborn (2 MW). Auf dem Dach und an der Fassade des neuen Parkhauses Südbahnhof soll 2023 je eine Anlage mit 200 kW bzw. 100 kW installiert werden.


Außerdem arbeiten die Stadtwerke mit Hochdruck an der Umsetzung ihrer Wasserstoff-Strategie. Ein wasserstoffbetriebenes Müllauto und zwölf Brennstoffzellen-Busse werden in den nächsten Monaten geliefert. Der Bau der eigenen Wasserstofftankstelle startet in einigen Wochen. Beim Gasnetz steht die allmähliche Transformation zum Wasserstoffnetz an. Einen Ausspeisepunkt für eine baldige Wasserstoffpipeline entlang des bayerischen Untermains hat sich die AVG bereits gesichert.

Im jetzt erschienenen Fortschrittsbericht auf https://www.stwab.de/Unternehmen/ stellen wir reich bebildert und illustriert das Leistungsspektrum der Stadtwerke und ihrer Tochtergesellschaften dar.

 

Stadtwerke Aschaffenburg

gez. Stefan Maunz      
Werkleiter                       

Presse-Kontakt: Tel. (0 60 21) 3 91-3 91 Sekretariat der Geschäftsführung

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